90 Sekunden – Tipp #48:
Verbindlichkeit ist kein Generationenthema


20. Februar 2026
 

In einem Coaching sagte mir eine Führungskraft: „Früher war das anders. Heute sind gerade jüngere Mitarbeitende weniger verbindlich.“


Solche Sätze höre ich oft. Sie klingen nach Generationenkonflikt, sind aber meist ein Hinweis auf etwas anderes. Verbindlichkeit ist kein Alters- oder Haltungsproblem, denn Schaffen von Verbindlichkeit ist eine klassische Führungsaufgabe. Und sie zeigt sich unterschiedlich, je nachdem, ob sehr stark hierarchisch oder teambezogen gearbeitet (oder geführt) wird.

In hierarchischen Situationen braucht es klare Ansagen. Was ist zu tun, bis wann, mit welchem Ergebnis. In teamorientierten Settings entsteht Verbindlichkeit stärker aus dem gemeinsamen Aushandeln. Wer übernimmt was, worauf können sich die anderen verlassen. Beides ist legitim. Beides ist notwendig. Und in beiden Fällen gilt: Unklare Erwartungen führen fast zwangsläufig zu Unverbindlichkeit.

Entscheidend ist, dass klar ist, in welchem Modus wir gerade arbeiten. Top down oder im Team. Auftrag oder Aushandlung. Fünf Tipps aus der Praxis:

  • Modus klären. Klären Sie, ob sie jeweils im Prozess entscheiden, oder ob sich das Team auf eine Entscheidung einigen muss
  • Erwartungen explizit machen. Unabhängig vom Modus: Benennen Sie klar, was erwartet wird, bis wann und in welcher Qualität.
  • Sinn und Alternativen zulassen. Fragen Sie, ob der Sinn der Aufgabe verstanden wird und ob es bessere Vorschläge gibt.
  • Verantwortung eindeutig zuordnen. Verbindlichkeit braucht klare Zuständigkeiten, auch im Team.
  • Verlässlichkeit für alle einfordern. Stellen sie sicher, dass nicht nur gegenüber Ihnen als Vorgesetztem, sondern auch innerhalb des Teams Vereinbarungen eingehalten werden.

Machen Sie es besser und sorgen Sie für Klarheit im Vorgehen. Dort, wo klar ist, wie geführt wird und wofür man sich verpflichtet, entsteht Verbindlichkeit.